Geschichte der Braunschweigischen Musikgesellschaft von 1942 bis heute

1942 – 1948

Vorläufer: Niedersächsische Musikgesellschaft
gegründet 1942 von Dr. Bittrich

1948

Als eingetragener Verein amtlich
Elf Bürger mit unterschiedlichsten Berufen verabschiedeten am 02.06.1948 die Satzung der BMG.

Die Zielsetzungen (bis heute gültig) der
BMG-Satzung sind

  • die Pflege der Kammermusik
  • die Förderung junger Künstler
  • der Pflege zeitgenössischer Musik
  • der Pflege alter, selten gespielter Musik auf Originalinstrumenten
  • der Pflege der Laienmusik.

Zum Gründungsvorstand der neuen
Braunschweigischen Musikgesellschaft gehörten:

  • Dr. Ewe, Vorsitzender
  • Werner Oehlmann, Schriftführer (Arzt)
  • Dr. Karl Lenzen, Organisation (Stadt Braunschweig)
  • Hr. Bartels, Kassenwart (Musikalien-Bartels)
  • Dr. Heinrich Sievers, Geschäftsführer (Musikwissenschaftler)

1948

„1. Studio-Konzert“ (Kant-Hochschule)
Zeitgenössische Musik von E. v. Dohnanyi, H. Reutter, B. Blacher, J. Francaix
W. Beissner, (Tenor), H. Zeebe (Klavier), Fritz Hahn (Geige), H. Feis (Violine), H. Serfling (Cello)

1949

„1. Kammermusik mit heimischen Kräften“ (Kant-Hochschule)
Braunschweiger Streichquartett: Paul Grundmann, Herbert Mozzilli, Kurt Blachmann, Fritz von der Heyde

1949 – 1993

Liebhaberorchesters der BMG
Das Bedürfnis und der Wunsch vieler Hausmusikanten, sich über die Pflege  der Kammermusik hinaus auch aktiv mit Orchestermusik zu befassen, führte im Oktober 1949 zur Gründung.

Sozialer Gesichtspunkt: geringer Monatsbeitrag, geringe Eintrittspreise, Erlaß für Erwerbslose, Ermäßigung für Stududenten und Schüler.

Eintrittskarte 5 € (...mehr)
Eintrittskarte 10 € (...mehr)
Eintrittskarte 8 € (...mehr)
Eintrittskarte 12 € (...mehr)

Es begann seine Arbeit mit dem Kapellmeister Franz Herzog, es folgte Fritz Glahe, Mathias Kuntzsch und Henning Frederich. Ab 1962  übernahm Dr. Willi Wöhler die Leitung. Höhepunkte waren drei Konzerte auf einer Englandreise in Huddersfield, Halifax und Derby im Jahr 1954.

Im Jahr 1974, also nach 25 Jahren,  konnte das Orchester der BMG bereits auf 115 Konzerte in Braunschweig und Umgebung zurückblicken.

Es folgte Knut Hartmann als Dirigent (Städt. Musikschule Braunschweig) bis 1990, sein  Nachfolger wurde Hans Martin Zill (Städt. Musikschule von 1990 – 1993).

Im Jahr 1993 wurde die Arbeit des Orchesters beendet, da sich inzwischen andere Musikgruppen gebildet hatten, z.B. das Orchester der Städtischen Musikschule oder im kirchlichen Bereich, denen sich junge Musiker verpflichtet fühlten.

1949

Mitteilung Nr. 1 – Die erste Publikation erscheint (Mitteilungen der Braunschweigischen Musikgesellschaft von 1948 e.V. Nr. 1):

  • Sinn und Aufgabe der Musikgesellschaft
  • Der Musikerbrief, z.B.Wilhelm Friedemann Bachs Brief wegen Bewerbung um eine Organistenstelle
  • Konzertkalender Mai 1949
  • Heiteres: Sprüche von Hans von Bülow
  • Nachrichten aus dem Musikleben (überregional)

Mitteilungen Nr. 2

  • zum Tod Hans Pfitzners
  • Kulturgeschichte der Oper
  • Der Musikerbrief
  • Konzertkalender Juni 1949

1950

An alle Musikfreunde
Ein Aufruf der Braunschweigischen Musikgesellschaft
„…zur Förderung der Musik in ihren mannigfaltigen Erscheinungen alle interessierten Kreise zusammenzufassen und ihren Mitgliedern die Vertiefung musikalischer Kenntnisse und Erkenntnisse jeglicher Art zu vermitteln…“ aus der Satzung vom 02.06.1948

Ein Aufruf an alle Musikfreunde (...mehr)

1951

Sitz der BMG im Salve Hospes
Publikation „Drei Jahre BMG“

1953

Fünf Jahre Musikgesellschaft
Zeitungsartikel Braunschweiger Nachrichten

… „In notvoller Zeit geboren, will also die Braunschweigische Musikgesellschaft sich der Pflege eines unserer kostbarsten Güter, der Musik, widmen, indem sie, aus den Kräften der Vergangenheit schöpfend und auf dem breiten Boden der Gegenwart stehend, der Zukunft auf dem Gebiet der Kunst und des Geistes den Weg ebnen helfen will.“ …

Zeitungsartikel "5 Jahre Musikgesellschaft" (...mehr)

1953 – 1962

Kammerchor der BMG
von 1953 bis 1962 bestand außerdem ein unter der Leitung des Musikverlegers Karl-Heinz Möseler aus Wolfenbüttel

1952 – 1968

Internationale Kammermusik
von 1952 bis 1968 wurden in dieser  Konzertreihe  in über 100 Konzerten Solisten und Musikensembles von Weltruf nach Braunschweig geführt:
Klaviertrios, Streichtrios, Klavierquartette, Streichquartette (am häufigsten), Streichquintette und unterschiedlichste Bläserformationen:
z.B. Végh-Quartett  (sämtliche Beethoven-Streichquartette an 2 x 3 Abenden), Weller-Quartett, Koeckert-Quartett, Amadeus-Quartett, Smetana-Quartett, Fine-Arts-Quartett u.a.

Internationale Kammermusik - Konzertwinter 1958/59 (...mehr)

1978 – 2002

Während der langjährigen Mitarbeit (1978 – 2002) des Braunschweiger Komponisten Prof. Dr. Dieter Salbert als Musikfachmann im Vorstand der BMG wurden folgende Projekte durchgeführt:

  • „Tage Alter Musik“, die in drei Konzerten vor allem Ensembles mit vorbarocker und mittelalterlicher Musik präsentierten (z.B.Les Menestrel u.a.)
  • „Künstlertreff“ (Cafe Hartle, Stadtparkrestaurant): Präsentation und Diskussion mit renommierten Künstlern aus der Region und aus unterschiedlichen Kunstsparten (Musik, Malerei, Dichtkunst u.a.)
  • Förderung zeitgenösssischer Komponisten aus Braunschweig und darüber hinaus
  • Synthesizer Musik Festival zusammen mit der Neuen Akademie Braunschweig (ab 1992)
  • Kammermusik-Konzerte mit Werken historischer und zeitgenössischer klassischer Komponisten

1993

Wegen drastischer Einsparungen seitens der Stadt Braunschweig mußte sich die BMG 1993 von der festangestellten Geschäftsführerin trennen. Die Aufgaben mußten vom Vorstand und Mitgliedern ehrenamtlich übernommen werden.

Seit 2003

Konzertreihe „Musikalischer Stadtrundgang“ von Ute Sandvoß, in der historische Gebäude – meist seltene Veranstaltungsorte in Braunschweig mit Musik wiederbelebt werden: „Tee-Konzert“ im Haus der Stiftungen, Nikolaus-Konzert (jeweils am 6. Dezember)  in der St. Nicolai-Kirche in BS-Melverode, Russische Botschaft, Nordbahnhof, Alte Schmiede / Leonhardstraße, Leonhard-Kapelle, Hilde27)

1. Vorsitzender

  • 1948 – 1949
    Dr. Ewe, Arzt
  • 1949 – 1963
    Erich Mandke, Bankdirektor
  • 1963 – 1981
    Dr. Wolfgang Scherpe, Arzt
  • 1981 – 1992
    Dr. Hermann Frank, Arzt
  • ab 1992
    Wolf Horenburg, Diplombraumeister

2. Vorsitzender

  • ca.1955 – 1977
    Prof. Helmut Segler, Professor für Musik an der TU Braunschweig
  • 1978 -2002
    Prof. Dr. Dieter Salbert, Komponist, Professor für Musik an der FH Braunschweig
  • 2002 – 2004
    Ute Sandvoß, Konzertagentur EuroKultour
  • ab 2004
    Heinz-Peter Kaufmann, Rechtsanwalt

Bemerkenswertensweise wurde in der Satzung der BMG der Wunsch geäußert, dass der 1. Vorsitzende ein Mann aus dem Volk, während der 2. Vorsitzende ein Musikfachmann sein soll

Schatzmeister:

  • 1948 – 1981
    Walter Ernst Schmidt, Konzertdirektion W. E. Schmidt
  • 1981 – 1991
    Hans Dewes, Diplomvolkswirt
  • 1991 – 2001
    Hilma Abraham-Wurzer,
    ehenmals Fa. Försterling & Poser
  • 2001 – 2002
    Uwe Borchers
  • 2002 – 2011
    Dietrich Fischer, Architekt
  • ab 2011
    Alrun Salbert, Konzertsängerin

Geschäftsführer/-in waren während dieser Jahre

  • Dr. Willi Wöhler (Festanstellung)
  • Elke Jacobs (erst freiberuflich, dann Festanstellung)
  • Hella Freitag (Festanstellung bis 1993)

Beirat (ca. 1950 – 1970)

  • Werner Bartels, Musikalienhändler
  • Georg Freiherr von Hertling, Bankdirektor
  • Albert Bittner, Generalmusikdirektor
  • Heinz Mollenhauer, RA und Notar
  • Dr. Emil Voigt, Oberreg. Rat a.D.
  • Dr. Herm. Christ. Eberle, Direktor
  • Dr. Karl Lenzen, Pianist, Dozent
  • und Andere …

Weitere Publikationen:

  • „10 Jahre Braunschweigische Musikgesellschaft“ (Mandke, Sievers)
  • 25 Jahre Orchester der BMG
  • Mitteilungen Nr. 1 – Nr. 22 (Mai 1949 – Februar 1951)
  • 400 Jahre Musikleben im Braunschweiger Lande
    (Katalog zur Sonderausstellung aus Anlaß des 25-jährigen Bestehens der Braunschweigischen Musikgesellschaft)